Fischzucht – Geschlossene Kreislaufanlagen

10. 12. 25
posted by: Rüdiger Grossmann
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Fischzucht – Geschlossene Kreislaufanlagen

Geschlossene Kreislaufanlagen sind wahrscheinlich die Zukunft in der Fischzucht. Von der Umweltverträglichkeit her, ist es jetzt schon das beste was wir haben. Die Seen und Meere werden durch Netzkäfighaltung nachhaltig verschmutzt.

Exkremente, Futterreste und Medikamente langen ungefiltert ins Wasser. Das ganze setzt wiederum die Algenblüte in Gang und wertvoller Sauerstoff wird verbraucht. Zuchttiere gelangen durch Flucht ins freie Wasser und verdrängen, die ursprünglichen Arten. Man muss aber auch dazu sagen, das Geschlossene Kreislaufanlagen extrem teuer sind, dass das Wasser vor gefiltert, oftmals erwärmt und zum Schluss gereinigt werden muss, um es wieder in den Wasserkreislauf einzufügen.

Das ganze lohnt sich meiner Meinung nach nur, wenn das Abwasser von Atomkraftwerken oder der Strom von Biogasanlagen genutzt wird. Die Umweltverträglichkeit ist gewaltig, die Kosten aber auch. Gerade in China werden zur Zeit riesige Anlagen gebaut. Es werden hunderte von Millionen Dollar verbaut. Die Fische werden in Tanks gezüchtet von 5 – 6000 m³. Ich habe hier einige Fotos von der Firma Agrimarine zur Verfügung gestellt bekommen, wofür ich mich hiermit bedanke. Ich denke dieser Einsatz lohnt sich leider nur in Billiglohnländern wie Asien oder Afrika.

Das Zweite große Problem ist mal wieder das Futter. Raubfische die ich züchten möchte, brauchen tierisches Eiweiß, das in Form von Pellets gefüttert wird. Das Eiweiß bzw. das Fischmehl und Fischöl kommt immer noch aus dem Meer. Ganze Fischfangflotten haben sich schon darauf spezialisiert, Fischarten zu fangen Z.B.. Sardinen vor Peru die für uns als Speisefisch uninteressant sind, sich aber prima zu Fischmehl verarbeiten lassen. Sardinen sind aber leider nicht unbegrenzt vorhanden. Es ist nur eine frage der Zeit, bis diese Art ausgerottet ist. Abgesehen davon ist die Sardine auch ein wichtiger Futterfisch für größere Fische, die wieder für uns als Speisefische interessant sind. Die Schlange beißt sich also schon wieder in den Schwanz. Es wird der Tag kommen, wo wir alle nur noch Catfisch (Wels) essen, weil dieser mit pflanzlichen Produkten gefüttert werden kann.

Wenn ihr noch mehr Bilder und in größerer Auflösung sehen möchtet:

http://agrimarine.com/technology/gallery

 

Rüdiger Großmann