Teichmönch

12. 01. 14
posted by: Rüdiger Grossmann
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Der Teichmönch

Bau und Einsetzen eines Teichmönches.

Als Mönch wird in der Fischzucht der Ein- bzw. Auslauf bezeichnet. Zu meiner Zeit auf Gut Schnede (früher die größte Fischzucht Europas) haben wir die Mönche aus Beton selbst gegossen. Das wird sich aber für den Hobby -Teichwirt aber kaum lohnen, da das Ganze relativ aufwendig ist.

Es gab 3 Negativformen aus Stahl, eine für den Boden und 2 für den Aufbau. In die Hohlräume wurden Baustahlmatten gesetzt. Wir haben damals auch mehrere in der Woche gegossen, um die alten Holzmönche zu ersetzen. Wenn ich heute einen Teich hätte und  einen Teichmönchbräuchte, würde ich ihn aus Holz bauen. Er wird zwar keine 100 Jahre halten, sondern nur 20-30 Jahre und mehr aber das dürfte ja auch genügen.

Tropenhölzer wie Bankirei oder ähnliches waren früher noch nicht üblich, statt dessen wurde die gute alte deutsche Eiche genommen, die auch noch heute ihren Dienst erfüllt. Für die Staubretter nimmt man normale Fichte, da sie bei Nässe aufquillt und die Dichtigkeit noch erhöht. Die Staubretter werden sowieso alle paar Jahre erneuert, da sie beim Hochziehen jedes Mal beschädigt werden.

Das Hochziehen der Bretter erfolgt in der Regel mit einem Bootshaken. Man stellt sich auf den Mönch und zieht mit dem Bootshaken, die einzelnen Bretter gleichmäßig, das heißt waagerecht aus dem Mönch damit sie sich nicht verkanten. Man bedenke das Holz ist aufgequollen und es ist nicht ganz einfach, das Brett mit Leichtigkeit zu ziehen. Ausserdem will man sich nicht auf der Wasserseite vor den Mönch stellen sondern versuchen, die Bretter zu ziehen, da es gerade im Winter nicht angenehm ist, bis zum Hals im Wasser zu stehen.

Foto Patrice 77

Alter Holzmönch, bestimmt schon über 30 Jahre alt, funtioniert aber noch tadellos. Im Herbst ist es ganz wichtig das Sieb bzw. das Gitter öfter zu reinigen.

 

Der Einbau der Mönche ist bei Beton nicht ganz einfach, da dieser schnell  einige hundert Kilo wiegen kann. Dieses ist nur mit einem Frontlader zu bewältigen. Aber wir gehen mal davon aus, dass ihr einen habt oder einen Bauern kennt, der euch hilft. Die Bodenplatte des Mönches, egal ob aus Holz oder Beton, muss absolut plan auf dem Boden stehen. Wenn er wackelt, sucht sich das Wasser einen anderen Weg und läuft nicht nur durch das Auslaufrohr, sondern auch noch unter dem Mönch ab.

Dieses wird zwangsläufig zu einem Dammbruch führen. Ich habe einige Dammbrüche erlebt, wo der Mönch danach einige Meter weiter hinten lag und die Fische komplett weg waren. Aber gehen wir mal davon aus, dass der Mönch senkrecht an der richtigen Stelle steht... Der Mönch wird nie in den Teichdamm gebaut, sondern immer davor. Ich habe hier im Net. schon viele Anleitungen gelesen, da wurde von Teichfolie und Betonbefestigungen rund um den Mönch berichtet. Das könnt ihr jetzt alles vergessen.

Bevor wir den Mönch einsetzen, graben wir zuerst einmal den Teichdamm auf und zwar nicht nur in der Breite des Auslaufrohres, sondern auf jeder Seite einen Meter mehr, damit wir richtig arbeiten können. Ausserdem hat es noch den Vorteil, dass wir das Erdreich nach Gängen von Tieren absuchen können. Gerade die Bisamratte (Nutria) baut mit Vorliebe ihre Burg in den Dämmen.

Das Fallenstellen oder der Abschuß dieser Tiere ist nur dem örtlichen Jäger gestattet.

Es gibt 4 Hauptgründe, warum der Teichdamm am Mönch bricht.

1 – Hochwasser

2 – Gänge von Tieren

3 – Die Siebe/Gitter im Mönch werden nicht regelmäßig gereinigt

4 – Der Mönch ist fehlerhaft eingebaut

Wenn der Mönch gerade und plan aufliegt und das Ablaufrohr gerade im Damm liegt ( kein Rohrgefälle einbauen, da sich dabei die Muffe im Mönch verkantet und das Wasser außerhalb des Rohres abläuft, was wiederum zu einem Dammbruch führt (das Wasser läuft durch den Wasserdruck sowieso ab ) wird die Erde um das Rohr herum verdichtet, Lehmhaltige Erde wäre das Beste. Also richtig schön mit den Gummistiefeln stampfen. Auf der Wasserseite des Mönches werden Grasoden verlegt und zwar mit den Wurzeln nach oben. richtig große und breite Grassoden, die wieder mit den Stiefeln festgetreten werden. Die zweite Lage Soden wird versetzt über die erste gelegt. Genauso wie ein Maurer ein Haus baut und zwar nicht senkrecht nach oben, sondern mit dem gleichen Gefälle wie der Teichdamm.

Dabei immer wieder, den Hohlraum um das Rohr herum verfüllen und verdichten. Ein  Damm oder ein Deich ist unten immer dreimal so breit wie oben. Wenn diese Arbeit nun erledigt ist, wird der Teich nicht sofort wieder geflutet, sondern erst ein paar Wochen später. Die Erde muss sich erst legen und der Damm muss erst wieder zuwachsen. Ein paar Grassamen würden dabei sicherlich helfen.

Der Bau des Teichmönches: Im Grunde genommen sieht ein Teichmönch aus Holz aus wie eine Kiste, die auf einer Seite offen ist. Das Holz sollte aus Eiche oder Buche sein. Breite ca. 1 Meter, die Höhe richtet sich nach der Tiefe des Teiches. Der Mönch sollte immer etwas höher als die Teichkrone sein, die Seitenbreite 50-70 cm.( Je nach Größe des Ablaufrohres ). Ein kleiner Mönch etwas schmäler.......

Der Selbstbau ist für einen halbwegs begabten Menschen kein Problem, nehmen sie Masivholz und keine billige Baumarktware. Je stärker das Holz, desto länger wird der Mönch auch halten.

Die Öffnung für das PVC Rohr sollte natürlich ganz unten reingeschnitten werden, als Schablone dient das Rohr, das eingesetzt wird.

Es sollten zwei Rillen auf jeder Seite sein. In die eine wird das Sieb bzw. das Gitter eingesetzt. Das Sieb oder Gitter kommt auf die Wasserseite und hat je nach Größe oder Abstand der Stäbe den Zweck, dass die Fische nicht entweichen, Siebe für kleine, bzw. Brut. Ausserdem wird hier Laub oder ähnliches abgefangen.

Die Reinigung wird bei Stabgittern mit einer Harke gemacht. Bei Sieben mit einem Schrubber, der verkehrt herum angeschraubt wird. Reinigung möglichst zweimal  am Tag, morgens und abends. Im Herbst je nach Laubbefall. Die zweite Rille ist für die Staubretter, die den Wasserstand im Teich regulieren. Bei Teichen, die sehr einsam gelegen sind und nicht öfter am Tag besucht werden, empfiehlt es sich, noch eine Sicherung einzubauen, damit die Staubretter nicht von jedem gezogen werden können. Es gibt genug Menschen, die aus Dummheit oder Vandalimus Teiche ablassen und sich um die Folgen nicht kümmern.

Manche bauen auch noch eine dritte Rille ein, um zwei Siebe vorzuschalten.Eine für das Laub und die andere, um das Entweichen der Fische zu verhindern. Das Holz, das hier genommen wird, sollte mit hochwertigen VA-Schrauben verarbeitet werden. Die Stärke der Staubretter ca. 3 cm und Höhe 20 cm, das heißt, wenn ich ein Brett komplett ziehe, fällt der Wasserspiegel um 20 cm. Der Durchmesser des Auslaufrohres sollte bei Forellenteichen ca. 20 cm und bei Karpfenteichen 30 cm haben, damit auch die großen hochrückigen Fische durch das Rohr passen. Das Auslaufrohr sollte aus PVC sein.

Den Mönch, den ich hier aufgenommen habe. ist aus Beton und die Staubretter sind vorn, der Teich war aber auch zuerst abgelassen und dann wieder ohne Fische angestaut.

Hier kann man gut die Rillen erkennen, in denen die Staubretter und das Absperrgitter reingeschoben werden. Der Mönch war nicht mehr im Betrieb, zeigt aber gut wie es funtioniert.

Rüdiger Großmann

Sportangler und Fischwirt

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